Die Bank
DKB hat den Betrag zurückgebucht.
Damit war der finanzielle Teil zunächst erledigt.
Es blieb:
eine falsche Tasche.
In einer grauen Versandtüte.
Bei mir.
Damit wurde ich unfreiwillig:
Außenlager West der Berlyn Mode GmbH.
DKB hat den Betrag zurückgebucht.
Damit war der finanzielle Teil zunächst erledigt.
Es blieb:
eine falsche Tasche.
In einer grauen Versandtüte.
Bei mir.
Damit wurde ich unfreiwillig:
Außenlager West der Berlyn Mode GmbH.
Die Berlyn-Mode-Tüte™ steht herum.
Sie wiegt praktisch nichts.
Sie braucht kaum Platz.
Und trotzdem besitzt sie die erstaunliche Fähigkeit, unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit zu beanspruchen.
Das ist wahrscheinlich ihr wertvollstes Feature.
Berlyn darf die Tasche selbstverständlich zurückhaben.
Kostenfrei für mich.
Abholung.
Retourenlabel.
Irgendetwas Sinnvolles.
Nur dauerhaft kostenlos lagern möchte ich fremde Ware eigentlich nicht.
Auch Außenlager West hat Geschäftsbedingungen.
Falsch gelieferte Tasche.
Shop möchte sie offenbar nicht besonders dringend zurück.
Damit besitzt man plötzlich einen Gegenstand, den man nie bestellt hat, nicht haben möchte und trotzdem nicht einfach verschwinden lassen sollte.
E-Commerce kann Eigentumsverhältnisse erstaunlich kreativ gestalten.
Die Tasche liegt in einer schnöden grauen Versandtüte.
Wiegt fast nichts.
Ist vermutlich nicht besonders wertvoll.
Und schafft es trotzdem, über Wochen deutlich mehr Aufmerksamkeit zu bekommen als diverse teure Haushaltsgeräte.
Amazon Fire Tablet.
Tochter.
8 Zoll.
FireOS.
Natürlich entsteht irgendwann die Frage:
Kann man das ent-FireOSen?
Es gibt kaum ein Amazon-Gerät in diesem Haushalt, das lange unangetastet bleibt.
Videobearbeitung für Schleich-Pferde.
YouCut funktioniert.
Hat Werbung.
Werbung nervt.
Also suchen wir etwas anderes.
So entstehen Software-Migrationen.
Nicht durch Strategie.
Durch Genervtheit.
Librecut klingt gut.
Weniger Werbung.
Mehr Ruhe.
Hauptanforderung:
Videos schneiden.
Nicht Datenökosystem studieren.
Fire Tablet braucht mehr Speicher.
MicroSD.
Manchmal ist die beste Speicherstrategie tatsächlich:
Karte rein.
Fertig.
Noch ein Echo gefunden.
Holzoptik.
Reaktiviert.
Irgendwann wird aus „ich habe da noch einen Echo“ eine Infrastrukturstrategie.
Vorne Amazon-Logo.
Geht natürlich gar nicht.
Da muss EVE drauf.
Amazon durchgestrichen.
Dezent.
Also so dezent, wie ein durchgestrichenes Amazon-Logo halt sein kann.
EVE-Logo.
Stilisiert.
Klein.
Transfer-Aufkleber.
Damit man beliebige Geräte optisch in das Kollektiv überführen kann.
Branding ist wichtig.
Vor allem bei Dingen, die ursprünglich jemand anderem gehört haben wollten.
Wenn man einmal ein brauchbares Logo hat, braucht man natürlich sofort Anwendungen dafür.
Shirts.
Hoodies.
Caps.
Aufkleber.
Das ist kein Merchandising.
Das ist Infrastruktur.
Neuer 19-Zoll-Schrank.
54 cm tief.
Wird geliefert.
Muss selbst aufgebaut werden.
Perfekt.
Zusammengebaut wäre er auf der Kellertreppe nur unnötig professionell gewesen.
Managed Switch.
16 Ports reichen locker.
24 wären auch okay.
Eigentlich ist die korrekte Portzahl:
Was auch immer günstig vor die Flinte kommt.
SFP+ wäre super.
Nicht zwingend notwendig.
Aber Glasfaser durchs Treppenhaus ist deutlich eleganter als die vorhandene Catleitungdurchtreppenhausverstecitineckkanal™.
Man muss technische Schulden nicht bezahlen.
Man kann sie auch durch andere technische Schulden ersetzen.
Wir sind nicht professionell.
Wir sind augenscheinlich professionell.
Hauptsache einen guten Eindruck machen.
Deshalb braucht der Keller selbstverständlich einen 19-Zoll-Schrank.
Ob darin später professionelle Infrastruktur steckt, ist ein völlig anderes Thema.
SFP+ wäre super.
Dann könnte die
Catleitungdurchtreppenhausverstecitineckkanal™
endlich durch eine Faser ersetzt werden.
Manchmal entstehen technische Anforderungen nicht aus Performancegründen.
Manchmal möchte man einfach nicht mehr wissen, wie das Kabel damals dort hingekommen ist.
Standardhardware.
Linux.
Vier Höheneinheiten.
Festplatten, die günstig vor die Flinte gekommen sind.
DVD-Laufwerk.
Weil wir keine Tiere sind.
19 Zoll fände ich sexy.
Noch so ein Projekt...
Dieser Satz beschreibt rückblickend relativ präzise, wie Keller voller Technik entstehen.
19 Zoll macht aus Bastelkram Infrastruktur.
Zumindest optisch.
Serverprojekt.
Standardkomponenten.
Kein Dell.
Kein HP.
Kein Terra.
Warum?
Weil ich irgendwann noch an das Mainboard drankommen möchte, ohne einen proprietären Metallwinkel mit Seriennummer 7B-42-X zu benötigen.
Servergehäuse.
2 bis 4 HE.
DVD-Laufwerk Pflicht.
Nicht weil man es ständig braucht.
Sondern weil genau an dem Tag, an dem man keines hat, irgendein uralter Datenträger auftaucht, der plötzlich wichtig ist.
Floppy erstmal gestrichen.
Nicht endgültig.
Nur erstmal.
Projekte brauchen Scope.
Auch schlechte.
Vielleicht doch lieber einen gebrauchten Office-PC als Serverbasis.
Billiger.
Standardhardware.
Genug Leistung.
Wahrscheinlich sparsamer als irgendein alter Enterprise-Klotz.
Langweilig ist manchmal ziemlich attraktiv.
USB-Floppydisks sind Frevel.
Es gibt Dinge, die technisch funktionieren und trotzdem falsch sind.
Eine Diskette gehört in ein echtes Laufwerk.
Mit Geräusch.
Mit Mechanik.
Mit genau der richtigen Menge Misstrauen.
Ein Server mit echtem Laufwerk hätte noch einen Vorteil:
Bootdisks für Retro-Kisten bauen.
Weil irgendwann der Tag kommt, an dem man eine 3,5-Zoll-Diskette braucht.
Und dann möchte ich nicht hören:
„Dafür gibt es doch ein USB-Gerät.“
NVMe auf PCIe-Karte.
SATA-Tray.
Debian auf billiger SSD.
Unraid auf USB?
Nein.
Nur weil Software sagt, dass ein USB-Stick jetzt Systemplatte ist, wird daraus noch keine gute Idee.
Wenn der Hersteller sagt, dass etwas nicht vorgesehen ist, heißt das nicht automatisch, dass es nicht geht.
Es heißt erstmal nur:
nicht vorgesehen.
Selbstgebautes Hochbett.
Massivholz.
Eiche.
Vielleicht Buche.
Nein, ziemlich sicher Eiche.
Zwei Lattenroste.
Komplett zerlegbar.
Edelstahlschrauben.
Einschlagmuttern.
Wenn man etwas selbst baut, baut man es offenbar automatisch so, dass es einen Wohnungsumzug überleben kann.
Beim Verkauf des Hochbetts:
Matratzen bleiben hier.
Lattenroste gehen mit.
Das klingt banal.
Aber irgendwo im Internet müsste man das garantiert ausdrücklich dazuschreiben.
Sonst fragt jemand.
NVMe für System und schnellen Kram.
HDD für Daten.
NAS für Backup.
Die klassische Drei-Stufen-Rakete:
Schnell.
Groß.
Hoffentlich noch irgendwo vorhanden.
Der neue sparsame Server soll irgendwann Linux-ISOs und sonstiges Zeug übernehmen.
NAS bleibt.
NAS wird Backup.
So wandert Hardware langsam in ihre natürliche Altersrolle.
Vom Hauptgerät zum Backup.
Vom Backup zum Bastelgerät.
Vom Bastelgerät ins Regal.
Vom Regal nie wieder weg.
Das Model 3 heißt Edison.
Natürlich.
Wenn Dinge schon im Netzwerk auftauchen, können sie wenigstens vernünftige Namen haben.
Tesla_Model_3_928374
ist keine Persönlichkeit.
Kurve neu eingestellt.
35B-Modell gestartet.
Jetzt mal gucken, ob EVE arbeitet, ohne dabei akustisch einen Startvorgang der Lufthansa zu simulieren.
Qwen3.5-35B.
Mit MTP.
Läuft lokal.
Auf einer RTX 3060 mit 12 GB.
Nicht schnell wie ein Rechenzentrum.
Aber schnell genug, dass man nicht zwischendurch Kaffee kochen muss.
Das zählt.
Lokales 35B-Modell.
Generation ungefähr 18 bis 20 Token pro Sekunde.
Prompt Eval deutlich schneller.
Antwort nach ein paar Sekunden.
Vor ein paar Jahren hätte man für sowas vermutlich einen Serverraum gebraucht.
Heute steht es unterm Schreibtisch.
Draft Model dazu.
Noch mehr Modell.
Noch mehr Speicher.
Noch mehr Zeug, das gleichzeitig irgendwo in VRAM passen soll.
Warum?
Weil schneller.
Oder zumindest theoretisch schneller.
Theorie ist wichtig.
12 GB VRAM.
Hauptmodell.
Draft Model.
KV Cache.
Vision vielleicht auch noch.
Man kann KI auch als sehr teures Tetris spielen.
128.
256.
512.
Natürlich kann man einfach eine sinnvolle Einstellung wählen.
Oder man testet alles durch.
Wir wissen beide, was passiert.
Welche CPU ist eigentlich schneller?
Phenom II X6 1100T.
Oder der Atom im Model 3?
Völlig unsinniger Vergleich.
Also selbstverständlich wichtig.
Der arme Atom im Model 3.
Navigation.
3D-Fahrzeugumgebung.
Musik.
UI.
Alles gleichzeitig.
Dafür Hut ab.
Der Phenom hätte dafür wahrscheinlich erstmal einen eigenen Raum verlangt.
EVE.
Phenomdings™.
1,3 kW Solarüberschuss.
6 Cent Einspeisevergütung pro Kilowattstunde.
Die offensichtliche Frage:
Können wir damit ins Sommer-Solarstromüberschuss-Mining-Geschäft einsteigen und irre reich werden?
Kurze Antwort:
Nein.
Längere Antwort:
Auch nein.
Die RTX 3060 ist außerdem LHR.
Für die Kröten bleibt EVE lieber auf Idle.
Und wie reich werden wir jetzt?
Milliardäre?
Nein.
Mining ist gut ausgelutscht.
Also kann der Solarstrom stattdessen Wasser warm machen.
Das spart wenigstens Gas.
Unfassbar langweilig.
Aber leider sinnvoll.
Der Atom im Model 3 hat es nicht leicht.
Karte.
3D-Umgebung.
Musik.
Bedienoberfläche.
Alles gleichzeitig.
Dafür Hut ab, was der Atom da noch alles auf dem Display darstellt.
Andererseits:
Wärmepumpenpelletierelement© powered by Alter-Kram™.
Als Heizstab hat er schließlich Zeit.
Ein Gerät ist erst dann wirklich obsolet, wenn man keinen ausreichend absurden Verwendungszweck mehr dafür findet.